Wie können Pensionskassen ihre Renten retten

Impressum: Autor ist Herbert Brändli (Details) – Statement in KMU LIFE, 05/2011. Artikel KMU-LIFE

Pensionskassenrenten sind von verschiedensten Seiten gefährdet. Mit der behördlich verordneten Senkung der BVG-Zinsen werden sie bereits beim Ansparen stark nach unten korrigiert. Daneben steht politisch die Senkung der Umwandlungssätze schon wieder auf dem Tapet. Die erwartete Inflation droht derart massiv
gekürzte Renten vollends zu verdampfen.

In der Zweiten Säule bleibt wenig Spielraum, sich gegen die momentan widerlichen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse zu wehren. Die Schweizer Arbeitnehmer sind im Zuge einer grassieren
den Regulierungswut mit einer zunehmenden Enteignung ihrer Altersvorsorgegelder konfrontiert. Ihre Pensionskassen müssen sich in einem aus technisch und wirtschaftlicher Sicht weit überdefinierten engen Korsett bewegen. In der Folge lassen höhere Kosten und tiefere Erträge die Renten sinken.
Was können Pensionskassen gegen diesen selbstmörderischen Aderlass vorkehren? Volatile nach unten orientierte Börsenkurse fressen ihre Reserven weg. Die Konzentration auf den Deckungsgrad lassen weitere Interventionen der Regulatoren erwarten, welche die Leistungskraft der Zweiten Säule nochmals schwächen, nachdem bereits viele Vorsorgeeinrichtungen im Nachgang zu den Krisen 2002 und 2008 in eine Zinsfalle getreten und dort gefangen sind. Solange die Welt nicht untergeht, besteht berechtigte Hoffnung, dass Pensionskassen mit einem adäquaten Risikomanagement Ordnung in ihren Anlagebereich bringen und zu ihrer tragenden Rolle der sozialen Sicherung zurückfinden.


Vorweg gilt es, zu beherzigen, dass die zunehmende Langlebigkeit für Pensionskassen kein Risiko ist. Es ist eine zentrale Aufgabe diesem seit langem bekannten Wachstum wirksam zu begegnen. Sie können das mit Erträgen schaffen. Konkret sind bei der aktuellen Alterszunahme jährlich ein Viertel bis ein halbes Prozent zusätzlicher Ertrag erforderlich, um die Renten jeweils bis zum verzögerten Ableben bezahlen zu können. Entsprechend erhöhen sich die Sollerträge der Pensionskassen. Mit dieser Aufgabe stehen sie vor einem riesigen Finanzteich. Darin wimmelt es von Händlern und Vermögensverwaltern, aber auch Finanzhaien, Abzockern und Spekulanten, die mit immer neu en Versprechen an das Geld der Pensionskassen wollen. Scheingewinne produzierende Financial Engineers wurden in ihrem Machbarkeitswahn die eigentlichen Rattenfänger der Finanzindustrie. Reihenweise stolpern Pensionskassenmanager und Politiker über ihre Lockvogelangebote, verpackt in vermeintlich günstige ETFs, Indices und Securities. Diese teils rein synthetischen Vehikel werden zulasten der Kunden zwischen Versicherungen, Banken, Hedge- und Anlagefonds verschoben und verlocht. Die kaskadenartigen Kostenberge dieser Finanzintermediäre reduzieren die echten Erträge der Basisanlagen massiv. Noch schlimmer: Sogenannte risikolose Konstrukte bergen teils gewaltige verschleierte Risiken. Es war reiner Zufall, dass Adoboli bankeigene Mittel und keine Kunden- und Pensionskassengelder verzockt hat.

Haben Pensionskassen diesen kostenträchtigen Finanzteich mit vertrauenswürdigen Vermögens verwaltern überwunden und befinden sich endlich im transparenten Basisanlageuniversum, sollten sie sich auf das Machbare beschränken. Profond, eine effiziente Sammelstiftung für KMU beispielsweise, macht nur Anlagen in produktive Vehikel, die regelmässig Ertrag in Form von Zins, Miete oder Dividenden abwerfen. Spekulationen mit Rohstoffen, Versicherungen, Währungen, Katastrophen oder Kunst werden tunlichst vermieden. Diese bewährte Strategie stützt sich auf langjährige Erfahrungswerte.

Entsprechend konzentriert sich mein Haus auf produktive Sachanlagen, die langfristig, entgegen Anleihen und Krediten, kosten- und teuerungsbereinigt immer positive Erträge abgeworfen haben. Damit konnten das hohe Leistungspotential erhalten und Krisen überbrückt werden. Im Vertrauen und Wissen, dass die Märkte bis zur Apokalypse immer wieder korrigieren und nach einem allfälligen Weltuntergang auch keine Renten mehr nötig sind, nimmt Profond natürliche Vermögensschwankungen in Kauf. Gleichzeitig ist sie gut gerüstet, wenn Schuldner Haare und Gläubiger Vermögen liegen lassen, sobald die erwartete Teuerung einsetzt.

Weitere Informationen
Herbert Brändli
ist Verwaltungsratspräsident und Gründer der B+B Vorsorge AG.  
 

Herbert Brändli ist Betriebswirtschafter und Eidg. dipl. Pensionsversicherungsexperte mit einem breit diversifizierten Auftragsportefeuille. Er ist Verwaltungsratspräsident und Gründer der B+B Vorsorge AG und schreibt regelmässig für finews.ch.

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