Madoff tangiert Profond nur ganz am Rande

Qualität und Transparenz des Portfolios von Profond sind einwandfrei. Das Wertschöpfungspotenzial bleibt trotz durchhängender Konjunktur und Börsenschwäche erhalten. Dank dem Verhältnis von Beiträgen und Leistungen sind Dauer und Ausmass des Konjunktureinbruchs für Profond keine kritischen Sicherheitsfaktoren. Sie kann darum auf teure und risikoreiche Absicherungen von Börsen- und Währungsschwankungen mittels Derivaten und Hedge Funds verzichten und musste wegen dem Kollaps von Anlageinstrumenten keine definitiven Vermögensverluste hinnehmen.

Zum spezifischen Fall von Madoff haben wir vom verantwortlichen Vermögensverwalter der Profond, der PK Assets, nachfolgende Stellungnahme erhalten.

Madoff beschreibt Hedge Funds abschliessend und umfassend:
Mad: irre, verrückt, irrsinnig, wahnsinnig
Off: weg sein, fort sein, verschwunden sein

Dieser aktuelle Fall von vaporisierten Kundengeldern epischen Ausmasses kann nicht achselzuckend in die Kategorie ungewöhnlich hoher Wertschwankungen von Finanzmärkten schubladisiert werden. Der Fall geht wesentlich tiefer, direkt ins Herz des Finanzkapitalismus moderner Prägung. Das Vertrauen in die Leitplanken des Wirtschaftens auf den Finanzmärkten und in die Marktteilnehmer ist tief erschüttert. Nachdem das Geschäftsmodell von sogenannten Investmentbanken diskreditiert wurde, steht nun die Gilde der Hedge Funds auf dem Prüfstand. Der Laie und der Fachmann staunen und wundern sich, wie es möglich war, dass eine Schneeballmaschinerie, die gemäss Eigenwerbung speziell hohen ethischen Standards unterliegt, die sophistizierten Selektionsalgorithmen von hochbezahlten Spezialisten aushebeln konnte und einen Verlust generiert hat, der mutmasslich dreimal die vom Institut veröffentlichten Vermögenswerte umfasst.

Anbieter von traditionellen Anlagelösungen reiben sich die Augen. Das Geschäftsmodell von führenden alternativen Anbietern besteht offensichtlich darin, Geld zu sammeln, es für eine saftige Gebühr an abgehobene Stellen weiter zu vermitteln, wo basierend auf geheimen Formeln zweistellige, stabile Jahresrenditen versprochen und mit Hilfe eines lachhaften Wirtschaftsprüfer-Apparats für die Vergangenheit reklamiert werden. Derart eingebettet durfte Madoff eine Schadenssumme produzieren, die mehr als das Zehnfache aus dem LTCM-Debakel beträgt. Das wird nicht gemeinhin mehr als systemgefährdend empfunden. Das Publikum ist abgestumpft von hochprozentigen Abschreibern, Rekapitalisierungen, Verstaatlichungen und antizyklischen Spitzenentlöhnungen, die tagtäglich durch den Blätterwald geistern. Und für die Anlage der Vorsorgegelder in der Schweiz werden munter die Leitplanken für diese Anlageinstrumente und die Spielwiesen der Berater, die sie empfehlen, erweitert.

Schadenfreude über den Fall von Madoff ist fehl am Platz. Eine Rückbesinnung auf altbewährte Zusammenhänge tut hingegen Not: Wertschöpfung wird durch realwirtschaftliche Aktivitäten und die Produktion von sinnstiftenden Gütern generiert und Renditen werden durch Schwankungen erkämpft. Das Orakel von Omaha, Warren Buffet, hat uns in seinem Aktionärsbrief 2006 gelehrt, wie kostspielig es werden kann, wenn man sich auf Anlageberater verlässt, die versuchen, diese grundsätzlichen Paradigmen zu überwinden. Das ist keine neuzeitliche Erfindung. Bekanntlich waren Alchimisten im Mittelalter, die dazu angehalten waren, aus wertlosem Material Edelmetall zu produzieren, die bestbezahlten Fachkräfte. Es muss deshalb davon ausgegangen werden, dass der Fall Madoff kein Einzelfall bleiben wird.

Profond investiert grundsätzlich nicht in Hedge Funds. Die Proposition dieser vermeintlichen Vermögensklasse ist unvereinbar mit den Grundsätzen ihrer Vermögensverwaltung, die Beteiligungen an wertschöpfenden Produktionseinheiten der Weltwirtschaft verlangen. Diese grotesk teuren Finanzprodukte sind zu wenig transparent, risikobehaftet und fragwürdigen Anreizmechanismen ausgesetzt. Ihr Einsatz würde dem im Anlagereglement verankerten Verzicht auf Leverage und Leerverkäufe widersprechen. Und trotzdem leidet das Portfolio von Profond im Gefolge der Abwicklung dieser Finanzvehikel mit. Der Verkaufsdruck auf alle Anlageklassen («deleveraging») hinterlässt auch in ihrem kurzfristigen Anlageergebnis Spuren. Es ist absehbar, dass die Auswüchse im Finanzsektor mit der Missallokation von knappen Ressourcen das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr negativ beeinflussen werden.

Zentral und entscheidend ist aber, dass die Vermögenswerte von Profond – ausschliesslich Aktien und Obligationen hoher Qualität – werthaltig geblieben sind, und von einer Erholung der Kurswerte überproportional profitieren werden. Die gehäuften Unfälle der Finanzbranche – Grossbankentitel, strukturierte Lehman-Produkte, Corporate Bonds minderer Qualität, Rendite-Optimierungsprodukte, «Total Return»-Produkte und Kreditderivate jeglicher Couleur – haben bei Profond keinen Schaden hinterlassen. Die Unterschiede zwischen Wertschwankungen und Verlusten und die Willkür von Stichtag-Betrachtungen des Deckungsgrads werden aber damit verdeutlicht. Profond bleibt sich treu und ist deswegen nicht auf der abenteuerlichen Suche nach «Recovery-Strategien».

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