Gegen Irreführung und Leistungsabbau
Impressum: Statement von Herbert Brändli (Details) in UnternehmerZeitung Nr. 2-2010, Februar 2010.
Pensionskassen gelten in der beruflichen Vorsorge mit ihren Zinsgutschriften als dritter Beitragszahler. Mit hohen Zinsen erhöhen sie den Wert von überwiesenen Lohnbestandteilen. Diese Nutzensteigerung für die Erwerbstätigen erhöht auch die Attraktivität ihrer Arbeitgeber am Arbeitsmarkt. Entgegen dem Verlauf der Wirtschaft sinken aber die Zinsgutschriften seit geraumer Zeit. Immer kleinere Umwandlungssätze werden darum auf immer kleinere Altersguthaben angewendet. Seit 1985 sind die Minimalleistungen bereits um ein Drittel geschwunden. Eine nochmalige Senkung muss entschieden abgelehnt werden.
Versicherer zählen zu den heftigsten Befürwortern. Bei negativem Konjunkturverlauf sehen sie ihre Gewinne schwinden, die sie mit den Geldern der Versicherten erwirtschaften. Sie könnten das Gewinnpotential erhalten, wenn die zahlungskräftige Kundschaft ihre eigenen Leistungen reduziert. Diese ist aber nicht für die Gewinne der Versicherer zuständig. Sie soll genügend Erträge erwirtschaften, damit ihre Renten mit der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt halten.
Prompt monieren die Befürworter, dass Pensionskassen mit dieser minimalen Leistungsvorgabe zu hohe Risiken nehmen. Dieses grundfalsche Risikoverständnis unterschlägt, dass Anlagerisiken mit der Anlagedauer abnehmen. Schwankungsrisiken von Aktien, Immobilien und Obligationen gleichen sich mit zunehmender Haltedauer an. Wegen gesamthaft unbegrenztem Anlagehorizont sind Pensionskassen geradezu dafür geschaffen, in ertragreiche Unternehmenswerte zu investieren.
Die Befürworter verängstigen das Volk zuletzt mit Rentenausfällen wegen der zunehmenden Lebenserwartung. Diese ist aber auf lange Sicht absehbar und kein Versicherungsfall. Es bleibt Zeit, das notwendige Deckungskapital frühzeitig bereit zu stellen. Die langfristigen Ertragsmöglichkeiten der Pensionskassen, betrachtet man die vergangenen 110 Jahre, bewegen sich zwischen 6 und 8 Prozent. Trotz pessimistischen Prognosen zur nahen Wirtschaftsentwicklung besteht kein Grund zur Annahme, dass diese anstrebenswerten Erträge nicht mehr erreicht werden könnten.
Herbert Brändli ist Betriebswirtschafter und Eidg. dipl. Pensionsversicherungsexperte mit einem breit diversifizierten Auftragsportefeuille. Er ist Gründer und Geschäftsführer der B+B Vorsorge AG. Zurück
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