Zurück zu hohen und stabilen PK-Renten

Impressum: Autor ist Herbert Brändli (Details) – Artikel in Stocks, 23. Dezember 2011. Link stocks.

Pensionskassen bietet sich jetzt die Chance, Renten und Produktivität zu verbessern.

Finanzkrisen haben die Achillesferse der beruflichen Vorsorge, die kurzfristigen Einstellungen, offengelegt. Pensionskassen müssen sich mit Anlagen auf nachhaltige Erträge konzentrieren und von Spekulationen absehen. In Frage kommen Gewinne und Dividenden aus Unternehmen, aus Mieten durch Immobilienbesitz und aus Zinsen für Anleihen und Kredite.

Über die vergangenen 110 Jahre rentierten Aktien und Obligationen mit 8,5 beziehungsweise 4,9 Prozent. Die Ertragskraft der Immobilien lag etwa in der Mitte. Nur sie und Aktien brachten genügend Erträge, die es Pensionskassen ermöglichten, die eigenen Kosten zu decken, die laufende Teuerung zu kompensieren und zusätzlich Wert für die Versicherten zu schöpfen. Wertpapiereigentümern ist der Erfolg leicht gefallen. Von 1925 bis 2010 stieg der Aktienmarkt in der Schweiz von 100 auf 55421 Punkte bzw. seit Einführung des BVG 1985 um 530 Punkte.

Grafik Stocks: Zurück zu hohen und stabilen PK-Renten

Die Unternehmen wirtschafteten gut und die Investoren profitierten mit. Langfristig lagen ihre Renditen weit über der sogenannten Waterline, gezeichnet durch BVG-Minimalzinssätze. In Krisen treten allerdings kurzfristige Stärken und Schwächen in den Vordergrund und können ein gegensätzliches Bild präsentieren. Unternehmen werden aber weiterhin - wenn auch abgeschwächt - Erfolg haben. Fundamental gilt, dass der Gewinn, den Aktionäre realisieren können, dem entspricht, was die Unternehmen erwirtschaften. Zwar mag Investor A einen grösseren Teil des Kuchens ergattern als Investor B, und beide fühlen sich reicher, wenn die Aktienkurse steigen. Verkauft hingegen einer zu einem (zu) hohen Preis, muss ein anderer zum selben Preis einsteigen. Die Eigentümergemeinschaft kann nur von dem profitieren, was die Unternehmen erwirtschaften.

Tatsächlich verdienen die Anleger wegen Reibungsverlusten auf den Märkten und Abschöpfungen der Finanzindustrie viel weniger. Reibungsverluste entstehen, wenn die Eigentumsverhältnisse neu geordnet werden. Für Laien-Stiftungsräte erledigen Manager und Mathematiker diesen Job. Sie verpacken Wertpapiere in Anlagefonds, Indices, ETF, Verbriefungen und Hedge Funds. Bei Strategieänderungen schöpfen Händler Transaktionsgebühren ab. Sie, Beraterkosten sowie die Verwaltung und Zirkulation der Produkte in der Finanzindustrie lassen die Kosten der Anleger kaskadenartig anwachsen.

Besonders kostspielig sind Profitvereinbarungen, die den Managern die Einkünfte sichern und den Aktionären die Schulden lassen. Insgesamt erreichen heute die Anlegerkosten 20 und mehr Prozent der möglichen Erträge.

Pensionskassen sollten in der Krise Ruhe bewahren
Kursverluste schmerzen zwar, zeigen aber auch, dass es gegen Schwankungen keine Sicherheit und weder Garantien noch Versicherungen zum Vermögensschutz gibt. An ihrer Stelle sollte das Angebot entflochten und auf seine tatsächlichen Kosten und die wirklichen Renditetreiber untersucht werden. Dazu gehören Staatsanleihen und Obligationen definitiv nicht.

Weitsicht lehrt, dass Investitionen in Unternehmen allen anderen Anlagen stark überlegen sind. Das Auf und Ab der Kurse und längere Durststrecken können die meisten Pensionskassen problemlos aushalten. Aktien sind nach den jüngsten Korrekturen so günstig wie nie, und für Kurzfrist-Geschädigte ist jetzt ein Einstieg prüfenswert. Daneben können Pensionskassen-Portfolios mit Immobilien gegen Entwertung und Inflation geschützt werden.

 

Herbert Brändli kommentiert für Stocks aktuelle Entwicklungen in der eidgenössischen Vorsorgepolitik. Er ist Betriebswirtschafter und Eidg. dipl. Pensionsversicherungsexperte mit einem breit diversifizierten Auftragsportefeuille. Herbert Brändli ist Gründer und Verwaltungsratpräsident der B+B Vorsorge AG, welche sich zur Aufgabe gemacht hat, mehr Dynamik und Transparenz in die berufliche Vorsorge zu bringen und ihren Kunden eine fundierte Beratung sowie interessante Alternativen zu bieten. Zurück

 

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